Der Prignitzer
Sonnabend, 6. Dezember 2003
Regionalmarke heißt "Prignitz"
Arbeitskreis entschied einstimmig/ Preisausschreiben ausgewertet
Lenzen Die Regionalmarke soll einfach "Prignitz" heißen. So fiel gestern
die einstimmige Entscheidung des Arbeitskreises zum Abschluss des ganztägigen
Workshops. Dabei hatten sie sich unter Leitung von Tom Haubrich vom Projektbüro
Lebensraum intensiv mit Zusammenhängen rund um das Thema beschäftigt und auch
die Namensvorschläge der "Prignitzer"-Aktion ausgewertet. "Ich war überrascht
und habe mich gefreut, dass sich so viele Prignitzer mit der Namenssuche beschäftigt
haben - ein gutes Zeichen für die Identifizierung mit der Region", sagte Haubrich.
"Viele haben sich richtig viel Mühe gegeben. Ich danke allen, die mitgemacht haben.
" Bei dem Preisausschreiben hatten 33 Leser insgesamt 82 Namensvorschläge eingereicht.
Dass keiner einfach nur "Prignitz" vorgeschlagen hat, mag am allgemeinen Missverständnis
über die Wirkungsweise eines Markennamens liegen. "Prignitz ist kurz, knapp und spitz",
hatte Haubrich schon bei der Auftragsübernahme festgestellt. "Der Name muss
von allen Branchen getragen werden können." In einem untergeordneten Slogan
werde die jeweilige Branche deutlich. "Wir werden jetzt die Typomarke in Auftrag
geben und die Marke beim Patentamt schützen lassen."
Unter allen Einsendern wurden
gestern auch die drei Preisträger (unabhängig von ihrem Namensvorschlag) gezogen.
Den 1. Preis, zwei Tageskarten für die Kristalltherme Bad Wilsnack, hat
Gisela Schoop aus Perleberg gewonnen. Der 2. Preis, ein Verwöhntag mit Baden,
Sauna und Kosmetik in der Prignitzer Badewelt geht an Wolfgang Meyer aus Wittenberge.
Als 3. Preis, ein Essen für zwei Personen im Kranhaus Wittenberge, wurde
Andreas Puhle aus Premslin gezogen. Uwe Neumann vom Fremdenverkehrs-
und Kulturverein spielte die Glücksfee.
Rainer Dyk
Märkische Allgemeine
07.10.2003 VOR ORT : PRIGNITZ : AUF EINEN BLICK
BUNGALOWDORF FÜR JUNIOR-RANGER UND KLEINE GRUPPEN AB 2004 NUTZBAR
Forschen inmitten der Natur
DOROTHEA VON DAHLEN
SANDKRUG - Mitten in der Natur forschen und wohnen können demnächst Schulklassen
und kleine Gruppen in Sandkrug. Das Hüttendorf, zuletzt als Ferienanlage durch den
Landkreis betrieben, steht kurz vor der Vollendung. Ab kommendem Frühjahr beziehungsweise
Sommer sollen das Gemeinschaftshaus und drei der einstmals sechs Bungalows schon
zur Verfügung stehen."Wir wollen hier einen 'Treffpunkt Natur' schaffen, wo die
Junior Ranger oder andere Kinder auch mal ein paar Tage bleiben können", erzählte
gestern Ricarda Rath, Vorstandsmitglied des Fördervereins Biosphärenreservat
Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, der als Betreiber des Projekts fungiert.
In den drei Hütten könnten jeweils fünf Personen untergebracht werden.
Ausgestattet seien sie mit einem Schlafraum und Toiletten. Im Gemeinschaftshaus
solle es Platz fürs Mikroskopieren oder Beproben von Gewässern geben. Dort
seien auch Duschen untergebracht.Viel Arbeit steckt in der Sanierung der gut
35 Jahre alten Ferienanlage. Den Anfang der Sanierung machten zehn Jugendliche
während einer AB-Maßnahme. Sie wurde von der Gesellschaft für Bildung und
Beratung (BBG) betreut und trug neben der praktischen Anleitung den Charakter
einer Weiterbildung. Als die jungen Leute im Juli 2002 ans Werk gingen,
war das Gelände völlig verwildert. Drei der Bungalows stellten sich auch
als so baufällig heraus, dass sie abgerissen werden mussten.70 Prozent
des Areals, das unweit des Elbdeichs liegt, konnte somit der Natur wieder
gegeben werden. Eine wesentliche Bedingung für die finanzielle Unterstützung
des Projekts durch die Stiftung Bildung und Behindertenförderung in Stuttgart.
Alles in allem stieß das Konzept, das die Prignitzer eingereicht hatten,
dort auf Wohlwollen. 25 000 Euro wurden zur Verwirklichung des Treffpunktes
zugebilligt.Ökologische Aspekte spielen auch bei der zweiten ABM-Phase
eine wichtige Rolle, die ebenfalls unter der Regie der BBG durchgeführt
wird. Dieses Mal sind sechs sehr erfahrene Handwerker für den weiteren
Ausbau und die Inneneinrichtung der Hütten zuständig. Laut Projektleiter
Volker Endrulat wurde darauf geachtet, dass nur umweltverträgliche
Werkstoffe verwendet wurden, vom Gipskarton als Baustoff, über unbehandeltes
Lärchenholz bis hin zum schadstofffreien Bodenbelag.Schulen, Jugendclubs,
Vereine und andere Interessenten, die weitere Auskünfte einholen wollen,
können sich beim Förderverein Biosphärenreservat, Seestraße 18 in
19309 Lenzen 038792/17 01 melden.
Der Prignitzer
Montag, 4. August 2003
Sommertheater
Witz und Intrige auf dem Bullenberg
Rostocker Studenten spielten in Boberow "Die venezianischen Zwillinge"
Boberow
Was haben Theater und Naturschutz miteinander zu tun? Nichts, möchte man meinen.
In Boberow ist das anders. Zum 4. Mal lud das Biosphärenreservat Flusslandschaft
Elbe-Brandenburg am Sonnabend zum Sommertheater auf den Bullenberg ein, und zum 4. Mal
spielten Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock in der gut besuchten
Kulisse am Rande des Rambower Moores. Wer heiratet wen und will er das überhaupt?
Denn Ehe und vor allem die Frauen können doch auch etwas so Schreckliches sein.
Diese heikle Thematik gewürzt mit einigen durchaus pikanten Szenen garantierten
den Besuchern amüsante 90 Minuten. "Die venezianischen Zwillinge" hieß das Stück,
geschrieben vom bekannten Komödiendichter Carlo Goldoni (1707-1793) und vom Rostocker
Professor Frank Strubel für die Studenten neu inszeniert. "Figuren, die man zeichnet,
in Comedian-Art zu spielen, ist die Herausforderung dieses Stückes", sagte Patrick Schnicke.
Zusammen mit neun weiteren Studenten des 4. Semesters war er nach Boberow gekommen.
Es war nach der Premiere im Klostergarten ihrer Hochschule die dritte und einzige
Aufführung des Stücks in Brandenburg. "Jeder neue Spielort hat eine andere Atmosphäre,
das ist das schöne an so einer Tournee", meinte Patrick Schnicke. Auf dem offenen
Feld des Bullenberges sei das besonders spannend, ergänzte Johannes Questers.
Schauspielerfahrung brachten sie alle mit. "Frühlingserwachen" und kleinere Rollen
im "Ur-Faust" am Rostocker Theater, hinzu kommen die regelmäßigen Auftritte vor Dozenten
und Studenten. Das bringt Selbstsicherheit, die den Darstellern auch am Sonnabend
anzumerken war. "Das war nett hier im Freien, ein originelles Ambiente. Den Schauspielern
hat es spürbar Spaß gemacht und dem Publikum auch", zog der Hinzdorfer Stefan Jansen
ein Resümee. Wer das Stück gerne sehen möchte, kann das beispielsweise mit einem Besuch
der IGA in Rostock verbinden. Am 7./8. August treten dort die Studenten auf.
Das Sommertheater ist eine gemeinsame Initiative der Biosphärenreservatsverwaltung
und des Fördervereins Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Diese informierten
am Rande des Theaterstücks über das EU-Life-Projekt zur Regeneration des Rambower Moores,
das nach vier Jahren in diesem Herbst endet. Vor der Aufführung lud die Gemeinde Boberow
zur Kaffeetafel. Hanno Taufenbach

Eine Szene aus dem neu inszenierten Stück "Die venezianischen Zwillinge." Foto: Hanno Taufenbach
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Sandkrug
Der Prignitzer
Donnerstag, 13. März 2003
"Treffpunkt Natur" in Sandkrug
Wichtige Voraussetzungen durch Jugend-ABM Sandkrug Im Sommer soll das Naturcamp
in Sandkrug erste Gäste für eintägige Exkursionen aufnehmen. Morgen endet eine ABM
des Jugendsoforthilfeprogramms. Doch noch nicht alle Arbeiten sind zu Ende geführt.
Der Förderverein Biosphärenreservat Flusslandschaft Brandenburg als Eigentümer des
früheren Ferienlagers will hier Kindern, Jugendlichen sowie interessierten Erwachsenen
ein- und später mehrtägige Exkursionen mit Übernachtungsmöglichkeiten unter dem Motto
"Treffpunkt Natur" anbieten.
Mit einer Jugendsoforthilfe-ABM sowie Finanzmitteln der Stiftung für Bildung und Behinderte
konnte der Verein in knapp fünf Monaten reiner Arbeit (die ABM selbst dauerte neun Monate)
die wichtigsten Veränderungen vornehmen. So wurden drei Bungalows samt Fundament abgerissen
(150 bis 200 Kubikmeter Beton füllten zirka 20 Container), der Zaun versetzt und die
restlichen Gebäude saniert - alles unter ökologischem Gesichtspunkt. Alle Bungalows erhielten
zum Beispiel eine Naturholzverkleidung. Der Zaun und auch die Bungalowverkleidung sollen
noch berankt werden. Noch in diesem Monat wird auch eine insektenfreundliche Beleuchtung
der Firma Braun aus Lenzen angeliefert. "Es ist gut gelungen", bewertete gestern
Vereinsvorsitzende Krista Dziewiaty die geleistete Arbeit. Anleiter Klaus Müller
und Bernd Benesch, Geschäftsführer der bbg Gesellschaft für für Bildung und Beratung Wittenberge,
die Träger der ABM war, freuten sich zwar über das Lob. Lieber wäre ihnen gewesen,
wenn alles fertig geworden wäre. So stehen noch das Verlegen des Fußbodenbelags
und die Renovierung des Gemeinschaftshauses aus. Der große Raum soll als Seminarraum
mit einer Bibliothek und der Möglichkeit zur Pflanzenbestimmung genutzt werden.
"Mehrere Einbrüche, der Diebstahl von Gerätschaften, das Elbhochwasser und die
lange Frostperiode haben uns zeitlich zurückgeworfen", hieß es. Dass es eine
Anschluss-ABM gibt, sei eher unwahrscheinlich. "So müssen wir Firmen einsetzen,
was aber für den Verein teurer wird", meinte Krista Dziewiaty. Zu beseitigen ist
auch noch ein Betonweg, doch ohne schwere Technik sei das nicht zu bewerkstelligen.
Wer Interesse an der Vereinsarbeit bzw. an dem Exkursionsangebot ab Sommer hat,
kann sich unter Tel. 038792/1701 bzw. 7744 melden.
Die Bungalows
erhielten eine ökologische Holzverkleidung, auch die Dächer wurden erneuert.
M. Drössler